Legende des Schwarzen Hahns

Die Legende des Schwarzen Hahns

Der Schwarze Hahn auf goldgelbem Grund ist das historische Symbol des Chianti Classico-Weines.

Die Gründe für die Wahl dieses Symbols liegen überwiegend in seiner historischen und volkstümlich-traditionellen Bedeutung.

Die Legende des Schwarzen Hahns geht auf das Mittelalter zurück. Diese Begebenheit war praktisch entscheidend für die Einheit des Chianti-Gebietes, da das Verhalten eines schwarzen Hahnes schicksalsbestimmend war.

Die Legende berichtet, dass im Mittelalter, als die Republiken Florenz und Siena hart um die Vorherrschaft kämpften, das Chianti-Gebiet – eben durch seine Lage zwischen den beiden Städten – praktisch ständig in die Streitereien mit einbezogen wurde. Um den Zwisten Einhalt zu gebieten und eine endgültige Grenze festzulegen, wurde ein bizarres wie einzigartiges System angewandt. Es wurde beschlossen, aus den jeweiligen Hauptstädten zwei Reiter loszuschicken und die Grenze dort festzulegen, wo sie zusammenträfen. Der Abritt war im Morgengrauen vorgesehen, und als Startsignal wurde der Hahnenschrei vereinbart. Diese Entscheidung entsprach den damaligen Bräuchen, als der Tageslauf noch von natürlichen Mechanismen skandiert wurde. Bei der Vorbereitung dieses Ereignisses spielte deshalb die Wahl des Hahns eigentlich eine wichtigere Rolle als die des Pferdes nebst Reiter. Siena wählte einen weißen Hahn, während sich die Florentiner für einen schwarzen entschieden, den sie tagelang in einem kleinen Verschlag mit wenig Futter im Dunkeln hielten, so dass das Tier regelrecht entnervt war.

Am Tag des Wettstreites fing der schwarze Hahn sofort an zu krähen, als er aus dem Stall genommen wurde, obwohl es noch lange vor der Morgendämmerung war. Dank dem Hahnenkrähen konnte der Florentiner Reiter sofort aufbrechen und gewann einen großen Vorsprung gegenüber dem Reiter aus Siena, der erst das Tageslicht abwarten musste und starten konnte, als auch sein Hahn krähte. Doch da er wesentlich später als sein Gegner aufgebrochen war, kam der Sieneser Reiter nur zwölf Kilometer weit und traf bereits in Fonterutoli auf den anderen Reiter.

So kam es, dass beinahe das gesamte Chianti-Gebiet unter die Herrschaft von Florenz gelangte, lange bevor Siena selbst fiel.

Nach diesem Ereignis wurde der schwarze Hahn auch als Symbol der Chianti-Liga gewählt, der innerhalb des Florentiner Staates Verwaltungsaufgaben und die militärische Verteidigung des Territoriums zustanden.

Aufgrund seiner politischen Bedeutung wurde der Hahn von Vasari im Salone dei Cinquecento abgebildet, als der berühmte Maler und Architekt Mitte des 16. Jahrhunderts mit der Renovierung des Palazzo Vecchio in Florenz beauftragt wurde.

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